Ausgrabung in Sirkeli


SirkeliKarte

Ich komme gerade von einer Grabungskampagne zurück! Ich war 5 Wochen in Sirkeli (Ceyhan, Adana). Es war das erste Mal, dass ich in der Türkei ausgegraben habe. Ein neues Erlebnis voller spannender und weniger spannender Erfahrungen. 

 

 

Grabungsmannschaft


Die wichtigste Erfahrung war die Größe des Teams! Wir waren knapp 50 Personen und wurden in Außen- und Innendienst eingeteilt. Gewohnt haben wir in drei Häusern und trafen uns zum Mittag- und Abendessen im Haupthaus, wo es auch ein sehr langsames Internet gab!. Die Größe der Gruppe hat die Kommunikation sehr erschwert, weil meistens in kleinen Gruppen Sachen besprochen und ausgemacht wurden und dann nicht oder kaum weiter gesagt wurden. Außerdem sind nicht alle gemeinsam angereist. Eine Gruppe von 10 Personen, darunter die zwei Grabungsleiter Mirko Novak und Deniz Yasin - Universität Bern - reisten Anfang Juli an. Nach und nach kamen und gingen immer wieder Teammitglieder. Das ist eine logistische Herausforderung: Es muss jedesmal ein Shuttle-Dienst zwischen Flughafen in Adana und Sirkeli eingerichtet werden. Die Häuser müssen belegt werden: Wer wohnt wo und wer teilt mit wem ein Zimmer? Und auch die zwei Köchinnen müssen über die Anzahl hungriger Bäuche informiert werden!

Grabungshaus

 

 

 

 

 

Ausrüstung

Eine Grabung im Orient bedeutet für Europäer sehr oft Unmengen an Gepäck: Was gibt es vor Ort zu kaufen und was müssen wir aus Europa mitnehmen? Angefangen bei den persönlichen Sachen bis hin zu Laptops, Drucker, Vermessungsgeräte, Fotoausrüstung, Zeichenmaterial (es klingt komisch aber ein guter Bleistift ist nicht leicht zu finden!) und Fundaufbewahrungsmöglichkeiten (mehrere Größen Plastik- und Papiersackerln, Alufolie, Seidenpapier, Schachteln usw...).

Bei den persönlichen Sachen kommt es sehr darauf an wie viel Komfort man haben möchte. Meistens ist die Unterbringung rudimentär: Bettgestell aus Metall oder Holz mit durchgelegener Matratze (wenn überhaupt sonst gibt es nur eine Matratze am Boden!), kleines Holzbrett an der Wand als Regal bzw. Schrank und eine einsame Glühbirne von der Decke hängend. In Sirkeli war es eine Überraschung sogar einen Ventilator und eine Dusche mit heißem Wasser zu haben. Und der pure Luxus war die Waschmaschine im Haupthaus! Die Holzbettgestelle haben wir entweder aufs Dach oder in den Hof verfrachtet und im Freien unter einem Sternenmeer geschlafen. Vorbeifahrende Autos, Züge der Bagdadbahn sowie Katzengemiaule und Hahnengekrähe wurden als Wiegenlied oder als Wecker betrachtet. Diesmal habe ich “nur” eine Isomatte, einen dünnen und einen etwas dickeren Schlafsack, eine kleines Hängeregal aus Stoff, ein Fliegennetz sowie einen Polster mitgenommen! Meistens leben wir aus den Koffern….. Die meisten von uns schlafen, wie gesagt, draußen, nur mit einem dünnen Leintuch. In der Nacht kühlt es kaum ab. Tagsüber haben wir zwischen 34° und 38°. In wenigen Nächten war es viel kälter - ich bin sogar in meinen Schlafsack geschlüpft! Nachträglich habe ich erfahren dass wir nicht weniger als 25° hatten.

Haus3

Aufgabenteilung

Erst in der zweiten Woche darf ich endlich raus auf die Grabung. Und das auch nur weil mittwochs Fieldschool ist. Für mich ist das eine weitere neue Erfahrung. Diese Einteilung in Außen- und Innendienst kannte ich bis jetzt nicht. In der Kleinfundbearbeitung gehöre ich zum Innendienst. Das heißt, ich bekomme am frühen Nachmittag alle Funde, die im Laufe des Vormittags ausgegraben wurden. Diese wasche ich, lasse im Schatten oder in der Sonne trocknen und dann geht die Bearbeitung richtig los: ich vermesse sie, beschreibe sie nicht nur in Form und Größe sondern auch in Materialfarbe. Diese wird Dank einer vorgegebenen Skala (die sogenannte Munsell Colour Sheet) entschieden.

 

MunsellsheetDie Munsell Skala dient dazu, dass wenn ich helle rot sage jeder auch das gleiche darunter versteht. Manche könnten sich zum Beispiel etwas Dunkles oder etwas Helleres vorstellen. Wenn ich aber den Farbcode eingebe weiß jeder welche Farbe gemeint ist. Wenn die Beschreibung der Funde fertig ist,   wird ein Fundzettel mit Nummer ausgedruckt und dieses Objekt geht weiter zur Zeichnerin und zur Fotografin. Falls das Objekt restauriert werden sollte, dann übernimmt es unsere Restauratorin. Wenn alle mit dem Objekt fertig sind, kommt es wieder zu mir und ich mache eine Endbeschreibung: das heißt ich schaue mir an, ob auf der Zeichnung oder auf dem Foto etwas sichtbar geworden ist, das ich mit freiem Auge noch nicht erkannt hatte und ergänze ggf. die Informationen in der Datenbank. Anschließend wird das Objekt in einem Lager Aufbewahrt.Zeichnung Keramik

 

Draussen auf der Grabung schaut es ganz anders aus: in der Früh nehmen die Sektorenchefs ihr Material und die Arbeiter auf und gehen in ihre Sektoren. Dort werden  die Ausgrabungen weiter geführt: der Archäologe beziehungsweise Archäologie-Student bzw. Sektorenchef entscheidet wo genau gegraben wird. Die Arbeiter entfernen den Schutt bis zur nächsten Schicht. Der Archäologe beobachtet das Ganze, schaut sich die Funde, die ans  Tageslicht gekommen sind, an. Dann wird die Schicht fotografiert und vermessen. Die Profile (das sind die verschiedene Schichten am Grabungsrand) werden fotografiert und gezeichnet damit eine Schichtfolge erkennbar ist. Die kleinen Funde, also alles was nicht große Keramikstücke sind oder Mauern, bekommen eine eigene Nummer die sogenannte Kleinfundnummer woraus auch erkennbar ist wo dieses Objekt genau gefunden wurde. Das sind die Objekte, die der Innendienst weiter bearbeitet. Am Nachmittag wird alles dokumentiert was am Vormittag auf der Grabung gemacht wurde. Es werden neue Fotos gemacht damit man die Entwicklung der Grabung gut verfolgen kann. Eine Grabung bedeutet Zerstörung! Sobald wir die Schichten abgetragen haben, können wir sie nicht mehr wiederherstellen, deshalb ist die Dokumentation extrem wichtig. Jedes Objekt gibt nur die Hälfte der Infos Preis, wenn es außerhalb des Kontext erarbeitet wird.


Wir arbeiteten von Montag bis Samstag: von 5h30 bis 13h30 mit einer halben Stunde Frühstückspause, nach dem Mittagessen eine Pause bis 16h. Um 19h gibt es Abendessen und dann kann jeder auf seine Art den Abend ausklingen lassen: manche treffen sich und Biertrinken andere schauen sich Filme an, andere wiederum ziehen sich zurück zum Lesen oder gehen schlafen. Die wenigstens sitzen zusammen und reden über Gott und die Welt. Am Samstag hören wir um 13h30 auf zu arbeiten. Meistens werden Ausflüge in die nahegelegenen Fundorte oder größere Städte unternommen. Es bilden sich immer kleine Gruppen, die entweder ein Auto oder Bus mieten und fahren gemeinsam auf Erkundung. Wer nachzählt wird schnell merken, dass es auf Grabungen keine 40h Woche gibt!! Da wir nur eine kurze Zeit (8 bis 10 Wochen im Jahr) ausgraben können, schauen wir, dass wir so viel wie möglich erledigen können.

 

Ausflug am Wochenende

GaziantepSuk
An meinem ersten Wochenende sind wir nach Gaziantep, Karkemish und Doliche gefahren. Im Gaziantep haben wir übernachtet und am Abend ein sehr gutes orientalisches Essen mit Mezze, Shishtawk und gebratener Leber genossen. Übernachtet haben wir in einer kleinen Pension in der Altstadt: Zeynep Hanim Konagi. Kann ich wirklich empfehlen!!! Sie liegt sehr günstig, nicht sehr weit der Gaziantep Burg (die sogenannte Kale) unweit von vielen Geschäften und vom Basar. Es gibt Internet, es ist sauber und das Frühstücksbuffet ist sehr groß. Am Sonntag sind wir mit dem Bus weiter nach Karkemish gefahren. Ich habe es nicht geglaubt bis ich am Parkplatz ausgestiegen bin. Was für ein Abenteuer voller Emotionen… Karkemish liegt direkt an der Grenze zu Syrien. Der Fundort geht über die Grenze, da moderne Grenzverläufe nicht immer den antiken entsprechen. Auf der türkischen Seite befinden sich die Hochstadt und die Vorstadt. In Syrien befindet sie sich die Unterstadt. Die habe ich vor ca. zehn Jahren sehen dürfen.  Damals war der türkische Teil noch Militärsperrgebiet. Auf dem höchsten Punkt der Altstadt ist heute noch ein türkischer Militärstützpunkt. Vor fünf Jahren hat eine japanisches Firma das ganze Areal um den Stützpunkt herum entmient. Eine italienische archäologische Mission finde seit zwei Jahren in Karkemish statt. Ihr Ziel ist das ganze Areal zu säubern und wieder dem Publikum zugängig zu machen und gleichzeitig die Grabungen der Briten um Woolley und T.E. Lawrence wieder aufzunehmen. Die Deutschen bauten zeitgleich die Bagdadbahn, die heute noch z. T. verwendet wird. 

KarkemishHausBriten
Die Italiener graben derzeit das Grabungshaus der Briten aus. Auch das ist Archäologie.  Die Grabungen fanden zwischen 1911 und 1920 statt. Seitdem hat sich vieles getan auch Kriege! Da ich sehr viel von und über T.E. Lawrence und Gertrude Bell gelesen habe, war es für mich unbeschreiblich schön und emotional vor diesem Haus zu stehen. Ein römisches Mosaik diente den Briten als Wohnzimmerboden und war bis vor kurzem nicht bekannt.

Sehr bewegend war für mich auch die Stadt aus der Eisenzeit zu sehen. Viele Gebäude mit Reliefs wurden durch Woolley und seinem Team ausgegraben. Damals wurden die Funde aufgeteilt: eine Hälfte blieb im Land, die andere Hälfte wurde in das Land der Ausgräber - in diesem Fall Großbritannien - mitgenommen. Transport und Krieg haben dazu geführt, dass vieles zerstört wurde oder verloren ging. Bis vor zwei Jahren dachte die wissenschaftliche Welt, dass einige Reliefs verloren waren. Die aktuellen archäologischen Forschungen der Italiener haben aber gezeigt, dass einige Reliefs noch vor Ort geblieben sind. Es war eine sehr überraschende und positive Wiederentdeckung. Das beste Beispiel ist ein Relief am Watergate.

 

KarkemishHilani

Für mich persönlich war es ein langersehnter Traum das Hilani zu sehen, da ich einige Jahre darüber geforscht habe. Es ist nicht sehr viel übrig dennoch erkennt man die letzte Stufe und die Säulenbasen. Auch der Grundriß läßt sich noch erahnen.

Auf dem Rückweg sind wir in Dülük (Doliche auf Deutsch) stehen geblieben. Der Grabungsleiter, Engelbert Winter, führte uns herum und erklärte die verschiedenen Schwerpunkte der diesjährigen Grabungskampagne. Bekannt ist dieser Fundort für den Kult des Gottes Jupiter Dolichenus! Er war der höchste Gott von Doliche und vorerst über Jahrhunderte nur hier verehrt worden. Warum sich sein Kult innerhalb kurzer Zeit im ganzen römischen Reich verbreitete, bleibt noch rätselhaft. Da ich viele römischen Tempel in der Levante kenne und auch viel über Jupiter Dolichenus gehört habe, fand ich es sehr schön und interessant am Ursprungsort dieses Kultes zu stehen.

Am Ende einer Grabung fallen viele kleine und große Aufgaben an.

Sirkeli LkwDie Funde kommen ins zuständige Museum, dafür muss jedes Objekt inventarisiert werden und in einen LKW untergebracht werden!

Auf der Grabung müssen die ausgegrabenen Bereiche befestigt werden. Das heißt sie werden zugedeckt und die Ränder werden mit Sandsäcken befestigt, damit nichts einstürzen kann.

Auch die Häuser müssen geleert und geputzt werden. Die Betten, Matratzen und das viele Kleinmaterial (Geschirr, Bettwäsche, Ventilatoren usw.) werden.

Erschöpft, glücklich über die erfolgreiche Kampagne, traurig, dass es schon wieder vorbei ist, verbringen wir den letzten Abend im Hotel in Adana. Endlich wieder eine Dusche mit einem guten Wasserdruck, um sich sauber zu fühlen!

01.09.2019

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Sommerakademie der Kinderfreunde Wien

Vom 21. bis 26. Juli 2019 fand heuer wieder die Sommerakademie der Wiener Kinderfreunde statt…

…und Archeomuse war mit dabei!

"Ausgraben"

Ausgraben, messen, zeichnen! © E. Monamy

Am ersten Tag haben wir den Beruf des Archäologen näher angeschaut und selber versucht etwas auszugraben. Unsere Funde haben wir vermessen, zeichneten und dann bergen können. Am Ende saßen wir vor einem Scherbenhaufen, Münzen und Knochen. Jedes Kind musste sich dann überlegen wie all diese Sachen zusammen passen. Sehr interessante Theorien kamen dabei heraus. Am Nachmittag haben wir das Naturhistorische Museum besucht und die Räume zur Stein- und Keltenzeit erkundet.

 Felsmalerei

Felsmalereien nach antike Vorbilder! © E. Monamy

Am zweiten Tag haben wir die Steinzeit Revue passieren lassen und wir haben Felsmalereien nachgezeichnet. Viele unentdeckte Künstler schlummerten in den 14 Teilnehmern der Sommerakademie! Die lange Reise in die Steinzeit hat uns hungrig gemacht. Deshalb gingen wir in die Küche und kochten uns selber ein antikes Menü! Auf dem Speiseplan standen Hagebuttenmus mit Haselnüssen, eine Champignonsuppe mit Speck  (Steinzeit), gefüllte Steinpilze (Kelten) und “Mersu” (Mesopotamien). Es schmeckte überraschenderweise jedem und es blieb nichts übrig!

 

KHM

Ausflug ins KHM © E. Monamy

Mitte der Woche widmeten wir uns dem alten Ägypten. Nach einem Besuch in der ägyptischen Abteilung des Kunsthistorischen Museums konnten wir eine Mumie und einen Sarkophag selber herstellen. Dies ermöglichte ein besseres Verständnis warum und wie Mumien gemacht wurden.

 

Donnerstag stand ganz im Zeichen der Wikinger. Wie lebten die Nordmänner? Zwei Aspekte nahmen wir genauer unter die Lupe: ihre Schrift - die Runen und ihren Glauben an eine Götterwelt.

 

Vorführung

Vorführung! © E. Monamy

Am letzten Tag kochten wir ein Römisches Menü nach. Es schmeckte etwas weniger gut als die Speisen aus der Stein- und Keltenzeit sowie aus Mesopotamien, aber dafür konnten die Eltern nach der Vorführung ebenfalls kosten. Tatsächlich haben die Kinder jede Epoche, die wir besprochen haben, in einer kurzen Aufführung ihren Eltern vorgestellt. Die Kinder waren sehr begeistert und haben sogar Kostüme und Requisite mitgebracht. Die Woche war (zu) schnell vorbei. Allen hat es sehr gut gefallen! Ich freue mich schon auf nächstes Jahr!!

26.07.2019

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Für dich ausgegraben...

Ausstellung auf der Schallaburg: Der Hände Werk

Vor kurzem habe ich mit meiner Familie die Sonderausstellung auf der Schallaburg besichtigt. Wer Zeit hat sollte sich dieses Erlebnis auf keinen Fall entgehen lassen; noch bis Anfang November offen.

SchallaburgHändeWerk1

© Elisabeth Monamy

Die Schallaburg ist schon seit Jahren für ihre Ausstellungen bekannt. Um genauer zu sein, wird seit 1974 die Schallaburg als eine der wichtigsten Ausstellungszentren Österreichs angesehen. Kaum ein Jahr vergeht ohne eine außergewöhnliche Darstellung eines alltäglichen Themas (Byzanz, Islam, Schokolade, Spiele usw…). Heuer werden die handwerklichen Berufe Österreichs durch die Zeiten vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen unsere Hände. Das Werkzeug, welches uns in jeder Situation und zu jeder Zeit zur Verfügung steht, wird in den Räumlichkeiten der Burg aus verschiedenen Blickrichtungen (Kommunikationsmittel und  Anatomie) vorgestellt.

Von den Zünften aus dem Mittelalter bis zum 3D-Drucker.

Der Rundgang ermöglicht eine kleine Zeitreise von der Vergangenheit in die Zukunft. Mit den interaktiven Stationen gibt es  für jeden Besucher etwas Neues zu erleben. Große Bildschirme zeigen jeweils ein paar Minuten lang, die wichtigsten Handgriffe eines Berufes, wie z. B. Frisör, Bäcker, Zimmermann usw.

Die Ausstellung eignet sich für Groß und Klein. Alle werden Spaß an den Exponaten und Werken haben. Die vielen verschiedene Präsentationsarten (Vitrinen, Bildschirme, Spiele) und interaktive Stationen wie „an die Wand schreiben“ sind sehr beliebte Standorte und Anziehungspunkte.

Ganz nebenbei können die Räumlichkeiten der Burg, dessen älteste Teile aus dem 11. Jh. stammen, besichtigt werden. Schauen Sie auch von den Exponaten weg und genießen Sie den Ausblick, den die Lage der Burg bietet! Planen Sie event. auch Zeit für den großen Kinderspielplatz und einen Besuch im Garten ein.

SchallaburgHändeTee

© Elisabeth Monamy

 

Noch ein letzter Tipp: nehmen Sie alle Zettel mit Bastelbeschreibungen, die Sie im Laufe der Ausstellung finden mit! Sie werden sie zum Schluss brauchen ;-)

 

Details:

Der Hände Werk - Schallaburg

16. März – 3. November 2019

9h00 – 17h00 (Mo-Fr)

9h00 – 18h00 (Sa + So + Feiertage)

Schallaburg  1, 3382

 

25.07.2019

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Tag der Archäologie

Am 15. September 2018 fand am Domplatz in St Pölten der "Tag der Archäologie" statt.

KAM1 219660 MobileGleich dort, wo die Ausgrabungen stattfinden, haben sich einige Vereine und Unternehmen aus Archäologie und Geschichte vorgestellt und ca. 600 Besuchern ihre Leidenschaft für die Antike und bsd. dem Mittelalter erklärt und vorgestellt.

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Viele Besucher nahmen an der Führung teil und erfuhren was in den letzten Jahren gefunden wurde, welcher Bereich im Fokus der Ausgrabung stand und was die Skelette uns über den gesundheitlichen Aspekt der Menschen sagen können.

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Anschließend konnte jeder die Skelette beobachten und zuschauen wie sie augegraben werden. 7 archäologische bzw. historische Vereine und Unternehmen präsentierten ihr Wissen:

IG 1400 zeigte wir Münzen geprägt, Salben und Kosmetik hergestellt wurden.

Historia Vivens 1300 zeigt Waffen aus dem späten Mittelalter.

Vetera legimus bietete Einblicke in das mittelalterliche Schriftwesen und in die Wappenkunde.

Die Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie verkaufte ihre Publikation zu Ausgrabungen und Funden in ganz Österreich.

Der Burgverein Burg Ried zeigte Funde und Forschungsberichte der letzten Ausgrabung.

ArchaeoPublica ermöglicht jedem Bürger die Beteiligung an archäologischen Forschungen.

Bei Archeomuse gab es eine Verkostung mittelalterlicher Kekse. Das Rezept basiert auf Forschungen von Madeleine Pelner-Cosman.

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Fotos © Archeomuse und N.Sommer

 

 

 

 

16.09.2018

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Für dich ausgegraben….

Heute meine Eindrücke zur

Ausstellung „Faszination Pyramiden“ im MAMUZ

Das Museum MAMUZ in Mistelbach zeigt seit 4 Jahren Sonderausstellungen mit verschiedenen Schwerpunkten. Von 2014 bis 2017 wurden eher urgeschichtliche Themen vorgestellt. Heuer, zum ersten Mal, widmet sich die Ausstellung einem geografischen breiteren Thema und unterstreicht somit sein Leitmotiv: „40.000 Jahre Mensch“.

Zur Erinnerung oder für diejenigen unter den Lesern, die noch nicht in Mistelbach waren, 2014 fand „Giganten der Eiszeit. Auf den Spuren der Mammutjäger“ statt. Beeindruckend war das lebensgroße Mamut! Darauf folgte 2015 „Ötzi. Der Mann aus dem Eis“. Die neuersten Erkenntnisse über die Südtiroler Eismumie wurden interaktiv vermittelt. 2016 und 2017 stand der Steinkreis von Stonehenge im Mittelpunkt mit der Ausstellung „Stonehenge. Verborgene Landschaft“. Hier imponierte mir die Rekonstruktion eines Megaliths.

Seit Samstag, dem 3. März zeigt das Museum Mistelbach eine neue Ausstellung unter dem Titel „Faszination Pyramiden“. Diese läuft noch bis 25. November 2018. Ich habe mir gleich am ersten Tag die Ausstellung mit der Familie angeschaut.

Die Ausstellung ist in zwei Bereichen unterteilt. Im ersten Teil erfahren wir einiges über die Bauwerke selbst: die verschiedenen Formen der Pyramiden (Stufen-, Knick- und gerade Pyramiden), mit welchen Bauinstrumenten vermessen wurde und wie überhaupt Pyramiden gebaut wurden (Rampen- und Hebetheorie). Im zweiten Teil geht es um die Rezeption der Antike und insbesondere der Ägyptomanie im Europa des 18.Jhs..

Interessant fand ich, dass die Ausstellung mit einer Figurine des Imhotep und nicht mit einer Orientierungskarte beginnt. Imhotep gilt als großer Baumeister der Djoser- und der Sechemchet-Pyramiden (beide stufenförmig, befinden sich unweit voneinander) im Alten Reich (2.700 – 2.200 v. Chr.). Ausgesprochen beeindruckend waren die vielen Pyramidenmodelle in unterschiedlichen Größen aber auch die Bautheorienmodelle, die zwei Hypothesen des Pyramidenbaus darstellten.

Atemberaubend war auch der Nachbau der Grabkammer des Künstlers Sennedjem. Man geht hinein und fühlt sich gleich in einer anderen Welt versetzt. Die Farben, das Licht und die Darstellungen sind umwerfend. Allein für diese Rekonstruktion der Grabkammer lohnt es sich die Ausstellung zu besichtigen!

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Am Ende des historischen Bereichs der Ausstellung gibt es die Möglichkeit für kleine und große Kinder eine Pyramide nachzubauen oder das Brettspiel „senet“ zu versuchen. Es erinnert sehr stark an „snakes and ladders“. Da wir erst am Nachmittag die Ausstellung besuchten, waren nicht sehr viele andere Besucher anwesend und wir konnten beide Spiele mit den Kindern ausprobieren. Die „Würfel“ machten viel Lärm. Ich bin mir nicht sicher, ob es die gleichzeitig stattfindende Führung beeinträchtigte.

Der zweite Teil der Ausstellung, die Ägyptomanie in Europa des 18. Jhs. fängt nicht wie erwartet mit Napoleons Reise nach Ägypten (die den Höhepunkt des Interesses Europas an Ägypten kennzeichnet) sondern mit Gemälden und Grabmodellen. Die Rekonstruktion des Pantheons von Wörlitz ist ein Highlight des oberen Ausstellungsraumes. Das Gebäude wurde nach dem Vorbild des Pantheons in Rom gebaut, darin befinden sich jedoch die frühesten nach altägyptischen Vorlagen geschaffenen Kunstwerke in Deutschland (1795). Ein weiterer Höhepunkt des zweiten Teils der Ausstellung ist sicherlich die Aufreihung der vielen Pyramiden in den jetzigen Überresten und ihre vermutete ursprüngliche Formen mit Grabkammern.

20180303 160640 MobileNatürlich können in einer Ausstellung über die Ägyptomanie in Europa Bühnenbilder der Opern „Zauberflöte“ und „Aida“ nicht fehlen! Touchscreen und Kopfhörer ermöglichen mit weiteren Sinnen diese Ausstellung zu erleben. Und wer mit offenen Augen durch die Ausstellung geht, wird die „Notausgang“-Schilder im ägyptisierten Stil erkennen. Das Ausstellungskonzept wurde bis ins kleinste Detail an das Thema angepasst!!

Wer sich für die Rezeption Ägyptens in Europa und bsd. in der k.u.k. Monarchie interessiert, sollte die Vorträge des wissenschaftlichen Vereins „Egypt and Austria“ in Wien nicht verpassen! Denn das Ziel des Projektes „Egypt and Austria“ ist es, die Beziehungen zwischen Mitteleuropa und Ägypten in der Zeit zwischen 1815 und 1918 zu untersuchen.

Fazit des Besuches:

Ich empfehle jedem herzlichst diese Ausstellung anzuschauen auch wenn ich es schade finde, dass die Beschriftungen nur auf Deutsch und Tschechisch sind. Viele Touristen aus anderen Ländern bekommen somit nur die Hälfte mit. Englisch wäre sicherlich sinnvoller gewesen. Mit der Zeit bekommt das Museum immer mehr Bekanntheit und auch Ausländer, die in Österreich Leben und der deutschen Sprache noch nicht mächtig sind, hören von dieser schönen und tollen Einrichtung als Familienausflugsziel. Jedoch können sie ihren Besuch nur begrenzt genießen. Um sich international gut positionieren zu können, würde ich dem Museum empfehlen in Zukunft auf deutsche und englische Beschriftungen umzusteigen. Außerdem, wäre eine Orientierungskarte mit den Standorten aller Pyramiden am Beginn der Ausstellung sehr sinnvoll.

20180303 150129 MobileAlle Fotos © Monamy

05.03.2018

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